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Museum und Café sind heute
geöffnet von 10:00 – 17:00

Sammlungen

Zur Naturama-Sammlung gehören über 130'000 Tiere, Pflanzen, Fossilien und Mineralien.

Von 1811 bis 2002 wurden die Objekte von der Aargauischen Naturforschenden Gesellschaft (ANG) gesammelt und stammen aus dem Kanton Aargau, der Schweiz, Europa und Übersee. Besonders erwähnenswert sind verschiedene versteinerte Dinosaurierskelette aus Frick und ein präpariertes Exemplar des ausgestorbenen Riesenalks, von dem weltweit nur 80 Stück existieren. Anlässlich der Gründung des Naturama Aargau 2002 hat die ANG ihre gesamte Sammlung der Stiftung Naturama übergeben, die sie seither weiterführt und erweitert.

Warum Sammeln?

Weltweit haben Menschen in den letzten Jahrhunderten Tiere, Pflanzen und Steine gesammelt. Heute lagern diese Objekte in Universitäten, botanischen Gärten und naturhistorischen Museen. Die gesammelten Stücke erzählen uns die Geschichte der Vielfalt der Natur und zeugen von den Veränderungen der Erde. Gleichzeitig erzählen die Objekte aber auch vom Menschen und der vorherrschenden Kultur. Sie verraten, wie er gesammelt hat, aus welcher Motivation heraus er gesammelt hat, und wie er die Natur zur damaligen Zeit wahrgenommen hat. Eine naturhistorische Sammlung ist somit nicht nur ein Archiv der Biodiversität, sondern auch Kulturerbe, das es zu bewahren gilt. Zudem sind gut dokumentierte und konservierte Sammlungsstücke für die Forschung unabdingbar. Auch das Naturama erhält regelmässig Anfragen von Forschenden, die Objekte aus der hauseigenen Sammlung untersuchen.

Kontakt

Alexandra Wegmann
Sammlungskuratorin

Einblick in die Sammlung

Die Vitrine im Foyer des Museums zeigt aktuell ausgewählte Objekte aus der Fossiliensammlung von Alfred Kaufmann (1943-2019), die seine Familie im Jahr 2025 dem Naturama geschenkt hat.

Warum ist der Ammonit keine Schnecke?

Ammoniten sind Tintenfische mit einem Gehäuse. Diese Tiergruppe ist vor rund 65 Millionen Jahren ausgestorben. Sie waren einst sehr artenreich und in allen Weltmeeren verbreitet. Deshalb sind es sehr häufige Fossilien. Heutige Verwandte der Ammoniten sind Nautiliden. Ein einzelnes Tier heisst Nautilus oder Perlboot. Schnecken und Ammoniten unterscheiden sich auch im Gehäuse. Die Schalen der meisten Ammoniten wachsen planspiral wie eine Scheibe. Hingegen sind Schneckengehäuse in der Regel schraubenförmig in die Höhe gewunden. Ein deutliches Unterscheidungsmerkmal offenbart sich erst im Innern. Bei Ammoniten und Nautiliden ist die Schale in Kammern unterteilt.

Vollständige Angaben zu den Fossilien in der Vitrine

Seeigel, Plegiocidaris coronatus Schlotheim, 1820

Später Jura, Badener-Schichten, Mellikon AG

Seeigel, Polydiadema ambiguum Hess, 1972 und Pelanechinus oolithicus (Hess, 1972) (Innenseite sichtbar)

Mittlerer Jura, Oberer Hauptrogenstein, Schinznach-Dorf AG

Ammonit, Erymnoceras coronatum BRUG.

Callovian, Herznach Bergwerk, 1958

Muschel, Thracia depressa (Sowerby, 1823)

Mittlerer Jura, Murchisonae-Schichten, Böttstein AG

Muschel, Modiola plicata J. Sowerby, 1819

Mittlerer Jura, Murchisonae-Schichten, Böttstein AG Tongrube

Schwamm, unbestimmt

Später Jura, Badener-Schichten, Mellikon AG

Ammoniten, Ludwigia sp. und Brasilia sp.

Mittlerer Jura, Murchisonae-Schichten, Böttstein AG Tongrube

Schnecke, Pleurotomaria sp.

Mittlerer Jura, Humphriesi-Schichten, Holderbank AG

Ammonit, Perisphinctes (Dichotomoceras) bifurcatoides Enay, 1966

Später Jura, Birmenstorfer-Schichten, Veltheim AG

Ammonit, Parkinsonia (Oraniceras) pseudomacrocephalus

Mittlerer Jura, Parkinsonia-Schichten, Holderbank AG

Brachiopod, Rhynchonella lucunosa var. sparsicosta

Später Jura, Birmenstorfer-Schichten, Aarburg, Rüttenen AG

Brachiopod, Terebratula bisuffarcinata

Später Jura, Birmenstorfer-Schichten, Aarburg, Cholgrueben AG

Ammonit, Stephanoceras humphresianum (J. de C. Sowerby, 1825)

Mittlerer Jura, Humphriesi-Schichten, Holderbank AG

Fisch, Leptolepis sp.

Früher Jura, Stinkkalk, Gansingen AG

Seestern (gross) und Schlangensterne (kleine), Pentasteria longispina Hess, 1968 und Ophiomusium gagnebini (Thurmann, 1851)

Später Jura, Untere Effinger-Schichten, Weissenstein, Schofgraben SO

Besondere Sammlungen

Herbarium Argoveniense

Eine einzigartige Sammlung ist das Herbarium Argoveniense, das von verschiedenen Sammelnden seit dem Jahr 1800 zusammengetragen wurde. Es beinhaltet über 20'000 Pflanzenbelege aus dem Kanton Aargau. Diese Sammlung ist nicht nur von historischem Wert, sondern beinhaltet auch wichtige physische Belege für die Entwicklung der Pflanzenvielfalt im Kanton.

Orchideen-Sammlung von Dr. Gottfried Keller

Um die Jahrhundertwende des vorletzten Jahrhunderts entstanden im Auftrag von Dr. Gottfried Keller (1873-1945) über 1'100 Aquarelle von Orchideen Europas. Darunter sind Tafeln aller rund 60 in der Schweiz vorkommenden Orchideen. Verschiedene Künstler:innen waren am Werk beteiligt. Die renommierte Künstlerin Elise Hunziker (1860-1935) malte die meisten Exemplare. Diese Sammlung ging 1956 als Schenkung der Erben des Dr. Gottfried Keller an das Aargauische Museum für Natur- und Heimatkunde über, aus dem 2002 das Naturama entstanden ist.

Das Internationale Baum-Archiv ist seit August 2025 im Besitz des ArborCityNet.

Schenkung ans Naturama

Möchten Sie uns etwas schenken, von dem Sie denken, es könnte von naturkundlichem Interesse sein? Haben Sie eine Sammlung geerbt oder selber erstellt, die Sie uns übergeben möchten?

Dann melden Sie sich bitte mit den folgenden Angaben bei Alexandra Wegmann, die für unsere Sammlung verantwortlich ist.

  •     Kontaktangaben: Name, Vorname, Adresse, E-Mail und Telefonnummer
  •     Fotos der Objekte (Übersichtsaufnahmen und Nahaufnahmen)
  •     Deutsche oder wissenschaftliche Namen
  •     Fundort (Staat, Kanton, Ort, Flurname, Koordinaten)
  •     Funddatum

Falls wir Ihr Objekt oder Ihre Sammlung annehmen, werden wir die Schenkung mit einer Schenkungsvereinbarung belegen. Diese wird gegenseitig unterzeichnet.

Umgang mit Tierpräparaten

Das Naturama Aargau hat mit dem Departement für Bildung, Kultur und Sport des Kantons Aargau 2017 Informationen für Schulen und Lehrpersonen über den Umgang mit Tierpräparaten zusammengestellt.