Pilotgemeinde Kallern
Schule: Kallern
Klassen: 12 Schüler:innen der 4.-6. Klasse
Lehrpersonen: Carole Vollenweider
Die 14 Schüler:innen der 4.–6. Klasse in Kallern vertieften sich während des zweiten Schuljahresquartals in diese Thematik in ihrem Dorf. Sie erarbeiteten sich Wissen zum Klimawandel. Danach versuchten sie herauszufinden, wo Kallern unter dem Klimawandel leidet. Interviews mit verschiedenen Beteiligten sowie Rückmeldungen zu den einzelnen Projekten durch Gemeinderat Bernhard Koch brachten viele Erkenntnisse.
So entstanden Projekte, um das abfliessende Wasser der Hanggemeinde zu sammeln und zur Bewässerung zu nutzen oder zusätzliche schattenspendende Bäume zu pflanzen. Ihre Prototypen stellten die Schüler:innen in Gruppen dem Gemeinderat und weiteren Fachpersonen vor. Die überarbeiteten Resultate präsentierten sie an einem öffentlichen Anlass für Eltern und Öffentlichkeit im Mai desselben Schuljahres.
Dieses Projekt war in Kallern Teil einer Reihe von Projekten zu Klimawandel und Biodiversitätsförderung.
Die Lehrpersonen berichten
Als Lehrperson ist es in diesem Projekt zentral, Bezug zur Gemeinde herzustellen. Zudem war die offene Planung zwar anstrengend, aber realitätsnah. Unglaublich spannend war es, die Schüler:innen in einem anderen Setting zu erleben und ihre Entwicklung zu beobachten. So waren Schüler:innen, die im gewohnten Unterricht auffallen, sehr motiviert und konzentriert dabei und entwickelten sich zu wahren Fachpersonen, die Diskussionen mit Mitgliedern des Gemeinderats nicht scheuten.
Es wäre hilfreich gewesen, die Phänomene, die zu Hitze und Überschwemmungen führen, mit Versuchen erkunden zu können. Dies ist in der Zwischenzeit mit der Lernkiste Klimaanpassung des Naturama Aargau möglich.

Die Sicht der Schüler:innen

Für die Schüler:innen war es sehr attraktiv, sich mit einer realen Problemstellung auseinanderzusetzen. Sie stellten fest, wie viel sie können. Dadurch ist ihr Selbstwert gewachsen. Sie präsentierten die Projekte und ihr Vorgehen gleich dreimal in der Öffentlichkeit und wuchsen von Mal zu Mal an ihrer Aufgabe. Es wird sichtbar, was den Schüler:innen besonders liegt, wenn ich als Lehrperson ihnen mehr zutraue und ihnen mit diesem Projekt einen offenen, aber auch herausfordernden Lernraum bieten kann.
Fazit
Das Projekt «Schule fürs Klima» bietet die Chance, direkt mit der Einwohnergemeinde zusammenzuarbeiten. Dies bedingt, dass sich die Lehrperson im Vorfeld überlegt, welche Personen als Fachleute oder Vertreter:innen der Behörden befragt und einbezogen werden können. Wir hatten das Glück, dass beispielsweise Gemeinderat Bernhard Koch sehr engagiert war. Die abschliessenden öffentlichen Präsentationen initiierten die öffentliche Diskussion dieser Inhalte. Als Folge der angeregten Fachdiskussionen wurden bis heute – zwei Jahre später – zwei Projekte vom Gemeinderat weiterverfolgt und sollen umgesetzt werden.
Basierend auf unseren positiven Erfahrungen können wir anderen Lehrpersonen nur empfehlen, dieses Projekt ebenfalls durchzuführen. Es bietet die einzigartige Möglichkeit, dass Schüler:innen anhand einer konkreten Herausforderung in ihrer unmittelbaren Umgebung Selbstwertgefühl erfahren. «Wir sind gleich gescheit wie der Gemeinderat.» Oder: «Wir können etwas», stellten die Schüler:innen der 4.–6. Klasse fest.
Auch Schüler:innen, die Schwierigkeiten mitbringen oder für die der normale Schulalltag einfach nicht passt, waren trotz des offenen Projektes voll motiviert dabei und sind vor allem positiv aufgefallen.
Ergebnisse
Ein Teil der fertigen Projekte und Prozesse ist im Rahmen der Sonderausstellung «Cool down Aargau» im Museum Naturama der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Mitmachen
Wir laden Sie herzlich ein, Teil dieses spannenden Projekts zu werden und einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz und zur Nachhaltigkeit Ihrer Gemeinden zu leisten.
Kontakt

Projektleiterin Bildung






